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Wechselausstellungsvitrine:

Porzellangeschichte aus dem Bauschutt: Die archäologische Ausgrabung in Kilchberg-Schooren ZH



Die Manufakturen im Schooren blicken auf eine 150-jährige Produktionsgeschichte zurück: von den Anfängen der ersten Porzellanmanufaktur der Schweiz in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Ab 1919 dienten die Gebäude der ehemaligen Manufakturen als privater Landsitz, bis sie einer neuen Überbauung weichen mussten und am 12. Oktober 2002 gesprengt wurden. Was sich im Boden erhalten hatte, untersuchte die Kantonsarchäologie Zürich von Februar bis Juni 2003.

Trotz der Sprengung liessen sich die Grundrisse der Manufakturgebäude in ihrer Entwicklung einigermassen dokumentieren. Historische Darstellungen aus dem 18. Jahrhundert zeigen, dass das Seeufer ursprünglich direkt vor den Manufakturgebäuden lag. Bereits zu Beginn der archäologischen Ausgrabung zeichnete sich eine Erklärung für diese Landschaftsveränderung ab: das Ufergelände wurde allmählich mit Bauschutt und Produktionsabfällen aufgefüllt – eine wahre Fundgrube für die Archäologin. Der Schwerpunkt der Untersuchung lag beim besser erhaltenen Brennhaus mit den vier Brennöfen aus dem 19. Jahrhundert und den Produktionsabfällen im Gartenbereich, die mittels Baggerschnitten erfasst werden konnten.

Technische Hilfsmittel, Halbfabrikate und Fehlbrände machen den grössten Anteil am Fundmaterial aus; sie liefern wichtige Hinweise zu den Produktionsabläufen. Eine breite Palette an Geschirrformen konnte zu Tage gefördert werden, darunter vorwiegend gewöhnliches Gebrauchsgeschirr aus Porzellan, Fayence und Steingut oder braunglasierte Ware. Aus dem 18. Jahrhundert sind lediglich wenige Fragmente von Gefässen mit mehrfarbiger Bemalung sowie von Porzellanfiguren nachgewiesen. Die Vielfalt der Produkte muss aber deutlich grösser gewesen sein. Archäologisch untersuchte Manufakturen zeigen denn auch meist ein anderes Bild als die musealen Sammlungen, die vorwiegend Prunkstücke präsentieren.

Die Produktion aus dem 19. Jahrhundert ist im Fundmaterial aus den vier Brennöfen im Brennhaus am besten überliefert, diese wurden nämlich nach ihrer Auflassung mit Produktionsabfällen aufgefüllt. So sind neben technischer Keramik, Gipsformen und Schablonen, die wichtige Informationen zu den technologischen Aspekten liefern, zahlreiche Fehlbrände aus allen Phasen belegt, vom ersten Viertel bis zum Ende des 19. Jahrhunderts.




Schweizerisches Nationalmuseum
Zunfthaus zur Meisen Zürich
Porzellan- und Fayenceausstellung
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